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Aktueller Bericht in der Esslinger Zeitung vom 11.02.2009

Eine kleine Werkstatt muss flexibel sein: In seinem Automobilzentrum kümmert sich Udo Heilberger auch um Zweiräder aller Art, ebenso um Garten- und landwirtschaftliche Geräte. Foto: Bulgrin

Eine kleine Werkstatt muss flexibel sein: In seinem Automobilzentrum kümmert sich Udo Heilberger auch um Zweiräder aller Art, ebenso um Garten- und landwirtschaftliche Geräte. Foto: Bulgrin

Als kleine Werkstatt durch die große Krise

Die Auto-Krise trifft nicht nur die großen Konzerne, sondern auch die kleinen Werkstätten wie das Automobilzentrum Heilberger in Lichtenwald. Sie können sich nicht mit Kurzarbeit über die Flaute retten. Dazu erschwert die Finanzkrise die Zusammenarbeit mit den Banken. Da tut es gut, dass die Kunden den kleinen Betrieb in Thomashardt zum zweiten Mal hintereinander zur „Werkstatt des Vertrauens“ gewählt haben. Etwa 20 000 inhabergeführte freie Werkstätten gibt es in Deutschland. In einem bundesweiten Wettbewerb erhielten 843 von ihnen von ihren Kunden das Prädikat „Werkstatt des Vertrauens“. Udo Heilberger verfügt seit Jahren über einen festen Kundenstamm, der weit über Lichtenwald hinausreicht. Aber dieser Stamm schrumpfe, denn er be­stehe überwiegend aus älteren Autofahrern, die einen guten Service wünschten und dabei nicht auf den Cent schauten. Jüngere gingen dagegen schon wegen 30 Euro zu einer anderen Werkstatt. Er habe eben seine Fixkosten, die er bei der Preisgestaltung berücksichtigen müsse.

Eines der größten Probleme kleiner Werkstätten sei, technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben. Das betreffe nicht nur die Geräte, sondern neue Normen erforderten auch regelmäßige Updates der Software, die jeweils „ein paar hundert Euro“ kosteten, erklärt Heilberger. Dazu kämen regelmäßige Lehrgänge. Und die Berufsgenossenschaft unterscheide bei ihren Anforderungen nicht, ob es sich um eine große Firma oder eine kleine Werkstatt handle. Deshalb benötige auch er einen Sicherheitsbeauftragten, eine Sicherheitsfachkraft und einen ausgebildeten Ersthelfer. Außer ihm arbeiten noch zwei Auszubildende in der Werkstatt.

Das Thema Banken sorgt ebenfalls für Missmut. „Für Kleinunternehmer war es schon immer relativ schwierig, einen Kredit zu bekommen, weil er nicht viele Sicherheiten bieten kann“, sagt Heilberger. In jüngerer Zeit hätten sich die Bedingungen verschärft. Bei einer der beiden Banken, mit denen er zusammen arbeite, habe er ein Konto geführt, über das er nur den Verkauf von EU-Neuwagen abgewickelt habe. Nachdem der Berater gewechselt habe, „lief da gar nichts mehr“. Mit der anderen Bank laufe dieses Geschäft dagegen reibungslos. „Es ist totsicher, dass das Geld in ein paar Tagen wieder reinkommt, es geht ja nur um eine Überbrückung“, erklärt Sabine Heilberger. Nicht nur bei Neuwagen vermitteln die Heilbergers Finanzierungen, sondern auch bei teuren Ersatzteilen. Inzwischen sei das Neuwagengeschäft aber „völlig weggebrochen“, sagt Udo Heilberger. Eher zurückhaltend beurteilt er die Chancen, dass die Abwrackprämie für Belebung sorgt. Gar nichts hält er von Rabatten für Neuwagen. Er möchte „nicht auf die Schiene aufsteigen, dass du deine Autos verramschst“. Es sei schwierig, wieder davon runter zu kommen, weil die Kunden noch kräftigere Rabatte abwarteten.


„Staat fördert nur die Großen“
„Die Nebenkosten werden immer höher und der Arbeitsaufwand auch“, verweist Heilberger auf sich verschlechternden Rahmenbedingungen. Auf die Preise umlegen könne er das nicht. In der Krise fördere der Staat nur die Großen, die kleinen Betriebe „werden im Regen stehen gelassen“, beklagt er. „Wenn die großen Banken Geld brauchen, heißt es, sie sollen sich melden. Wenn ich Geld brauche, bekomme ich nichts.“ Heilberger geht davon aus, dass nicht alle Werkstätten die Krise überstehen.

Sie versuchten zwar zu sparen, sagt Sabine Heilberger, aber die Möglichkeiten kleiner Betriebe seien sehr begrenzt. Mangelnde Größe ist auch in anderer Hinsicht von Nachteil: Als sie versuchten, über Förderprogramme Geld zu bekommen, habe der Berater bei der Bank gesagt, „wenn sie eine Million brauchen, ist das kein Problem“, erzählt Udo Heilberger. Aber für weniger lohne sich der Aufwand nicht.
Bericht von Klaus Harter


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Udo Heilberger
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73669 Lichtenwald (Thomashardt)

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